Bundesverband für Tiergesundheit e.V.Bundesverband für Tiergesundheit e.V.
Kontakt | Sitemap | Suche | Datenschutz | Impressum
  • Facebook
  • Google+
  • Twitter

Schilddrüsenerkrankung bei der Katze

Funktionsstörungen der Schilddrüse zählen bei der Katze zu den bedeutenden endokrinologischen Erkrankungen. Die Feline Hyperthyreose ist eine Überfunktion der Schilddrüse bei Katzen, die bis vor wenigen Jahren kaum bekannt war. Heute wird sie immer öfter – besonders bei älteren Katzen – diagnostiziert. Betroffene Tiere sind bei der Diagnosestellung in der Regel älter als acht Jahre. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen bei älteren Tieren sind deshalb besonders wichtig. Doch auch deutlich jüngere Tiere können an der Hyperthyreose erkranken. Eine Rasse- oder Geschlechterdisposition besteht nicht.

Warum gerade ältere Katzen betroffen sind, erklärt sich möglicherweise daraus, dass Hauskatzen heute sehr viel älter werden als früher und dass die Tiermedizin enorme Fortschritte gemacht hat. Es können also mehr Krankheitsfälle entdeckt werden. Ursache der Hyperthyreose ist fast immer ein gutartiger Tumor der Schilddrüse und in Folge eine stark erhöhte Produktion des Schilddrüsenhormons Thyroxin. Dieses Hormon ist an sehr vielen Vorgängen im Körper beteiligt, beispielsweise am Wachstum, Herzschlag oder Stoffwechsel. Aber auch die Stimmung des Tieres wird durch Thyroxin beeinflusst. Bösartige Tumore der Schilddrüse sind dagegen bei der Katze eher selten.

Die überschüssigen Hormone gelangen in den Blutkreislauf und beschleunigen die Vorgänge im Körper über alle Maßen. So entwickeln erkrankte Katzen beispielsweise einen Heißhunger, nehmen aber gleichzeitig stark ab. Einige Katzen fressen so gierig, dass sie sich gleich nach der Mahlzeit wieder erbrechen. Dabei können sie nervös bis schreckhaft oder übernatürlich aktiv werden. Im Fortgang ist ein weiteres Symptom ein stumpfes, struppiges Fell. Bleibt die Hyperthyreose unbehandelt, kehren sich die Symptome häufig ins Gegenteil, die Katze hat nur noch wenig Appetit, wird lethargisch und ermüdet schnell. Auch auffälliges Hecheln bereits bei kleinen Anstrengungen ist ein häufig vorkommendes Symptom.

Die Schilddrüsenüberfunktion tritt bei Katzen vor allem in der zweiten Lebenshälfte auf. Knapp 14 Prozent der über acht Jahre alten Katzen und fast 20 Prozent der über 12-jährigen Tiere leiden an Hyperthyreose. Insgesamt nimmt die Zahl der Erkrankungsfälle seit einigen Jahren zu. Bei den meisten wird die Krankheit jedoch nicht rechtzeitig erkannt, nur rund jede fünfte an Hyperthyreose erkrankte Katze wird behandelt. Erhebungen in Tierarztpraxen haben auch gezeigt, dass die Hyperthyreose meist bei routinemäßigen Vorsorgeuntersuchungen entdeckt wird, oft noch bevor die Katze erkennbar abbaut. Die rechtzeitige Diagnose ist wichtig, da der Katze bei entsprechender medikamentöser Therapie viel Leid erspart bleibt. Regelmäßige Vorsorge lohnt sich, denn die Erfolgsrate bei Behandlungen liegt zwischen 85 und 90 Prozent.

Die Therapie einer Hyperthyreose kann medikamentell, chirurgisch oder auch mittels Radiojodtherapie (Bestrahlung) durchgeführt werden. Zur Behandlung werden Thyreostatika eingesetzt. Diese hemmen die Bildung der Schilddrüsenhormone und müssen lebenslang verabreicht werden. Auch wenn eine chirurgische Entfernung des veränderten Schilddrüsengewebes geplant ist, steht zu Beginn die medikamentelle Behandlung mit Thyreostatika. Sie dient der Stabilisierung des Patienten vor einer möglichen Operation. Auch lässt sich damit herausfinden, ob die Katze zusätzlich unter einer Nierenerkrankung leidet. Die kann von einer Hyperthyreose überdeckt oder zunächst sogar verbessert werden. Die chirurgische Entfernung des überflüssigen Schilddrüsengewebes sollte nur bei nierengesunden Tieren durchgeführt werden. Gleiches gilt auch für die Radiojodtherapie. Die Gabe eines Futters mit sehr niedrigem Jodgehalt ist möglicherweise in der Lage, die Therapie zu unterstützen.

Unabhängig von der Therapie ist eine Nachsorge in jedem Fall erforderlich. Dazu gehören beispielsweise regelmäßige Blutuntersuchungen.

Schilddrüsenerkrankung beim Hund

Die Hypothyreose ist eine der häufigsten endokrinen Erkrankungen des Hundes. Die Schilddrüse befindet sich im unteren Halsbereich des Hundes. Von ihr werden die für den Körperstoffwechsel wichtigen Schilddrüsenhormone, überwiegend Thyroxin (T4) und zum kleinen Teil Trijodthyronin (T3) gebildet. Falls die Schilddrüse zu wenig von diesen Hormonen bildet und ins Blut ausscheidet, kann dies klinisch sichtbare Auswirkungen haben. Man bezeichnet dieses Krankheitsbild als Schilddrüsenunterfunktion oder Hypothyreose.

Betroffen sind überwiegend mittelalte bis ältere Hunde. Neueren Untersuchungen zufolge beginnen die Veränderungen der Schilddrüse aber bereits deutlich früher, die Symptome sind dann aber weniger stark ausgeprägt und werden vom Tierhalter als solche noch nicht wahrgenommen. Mittelgroße bis große Hunde erkranken häufiger an der Hypothyreose. Dies sind beispielsweise Golden und Labrador Retriever, Dogge, Deutscher Schäferhund, Schnauzer, Chow Chow, Irischer Wolfshund, Neufundländer, Malamute, Englische Bulldogge, Airedale Terrier, Irish Setter, Bobtail und Afghane. Eine Ausnahme bilden die Dackel, die – obwohl nicht mal mittelgroß – gleichfalls zu dieser Erkrankung neigen.

Es gibt keine typischen Symptome für eine Schilddrüsenunterfunktion. Sie wird daher auch gerne „der große Imitator“ genannt. Es gibt eine Vielzahl von Symptomen der Haut und der anderen Organsysteme, von denen einzelne oder viele in allen denkbaren Kombinationen auftreten können. Dies macht die Diagnose mitunter schwierig.

Hautsymptome sind schlechtes oder verzögertes Haarwachstum, Haarausfall ohne Juckreiz, insgesamt schütteres Haarkleid, trockenes und/oder brüchiges Fell, vermehrte Schuppenbildung, Neigung zu Hautinfektionen, "Rattenschwanz“ v.a. bei langhaarigen Tieren, evtl. auch verstärktes Haaren oder Veränderung der Fellfarbe (selten). Kopf und Beine sind meist unverändert. Die Haut kann sich dunkel verfärben oder neigt zu trockener oder öliger Schuppenbildung.

Weiterhin werden Gehörgangsentzündungen im Zusammenhang mit der Hypothyreose beobachtet. Manche Hunde blicken „tragisch” durch eine Wasseransammlung (Ödem) im Bereich des Kopfes, besonders um die Augen. Allgemeine Symptome wie Konditionsmangel, Bewegungsunlust, „Verfressenheit“, Gewichtszunahme, Aufsuchen warmer Plätze bzw. Wärmeintoleranz im Sommer sind häufig. Unregelmäßigkeiten bei der Läufigkeit, Gesäugeanbildung mit und ohne Milchproduktion, verringerte Libido und geringere Spermaqualität werden relativ oft gesehen. Seltener beschrieben sind Veränderungen neurologischer Art wie nachlassendes Hörvermögen, Taubheit, Lahmheiten sowie Lähmungserscheinungen der Gesichtsnerven und allgemeine Muskelschwäche.

In 80 Prozent der Fälle ist der Cholesterinspiegel im Blut erhöht. Eine Blutarmut (Anämie) zeigt sich bei der Hälfte der Patienten. In selteneren Fällen kommt es zu Veränderungen im Bereich des Herz-Kreislaufsystems, gelegentlich werden eine Verlangsamung der Herzfrequenz und bestimmte Rhythmusstörungen gesehen.

Wenn die Untersuchungsergebnisse des Tierarztes die Diagnose Hypothyreose bestätigen, ist die Behandlung relativ leicht. Dafür stehen entsprechende Medikamente mit Schilddrüsenhormon zum Eingeben zur Verfügung. Die Genesungsaussichten sind gut. Innerhalb einer Woche sollte bereits ein Therapieerfolg sichtbar sein. Die mit Schilddrüsenunterfunktion einhergehenden Veränderungen zum Beispiel im Bereich der Haut und des Haarkleids verbessern sich unter der Behandlung allerdings oft erst nach Monaten. Das Medikament hilft bei regelmäßiger Eingabe in den meisten Fällen lebenslang. Die erste Hormonkontrolle erfolgt meist vier Wochen nach Beginn der Therapie. Später dienen etwa im Abstand von vier bis sechs Monaten durchgeführte tierärztliche Kontrollen mit Hormonuntersuchung dazu, die Behandlung so effektiv und schonend wie möglich für den Hund sicher zu stellen.

Abdruck Text und Foto (nur in Verbindung mit dieser Meldung) honorarfrei bei Quellenangabe.

Weitere Informationen: Bundesverband für Tiergesundheit e.V.

Dr. Sabine Schüller, Schwertberger Str. 14, 53177 Bonn,

Tel. 0228 / 31 82 96, E-Mail bft@bft-online.de, www.bft-online.de

● ● ● ● ● ● ● ●

Stand 13.12.2018

  • Facebook
  • Google+
  • Twitter